Das Kalamitätsjahr 2018 und seine Folgen

Informationen für Waldbesitzer

Stürme, Schneebruch, Hitze und Trockenheit - das Jahr 2018 wird in die meteorologische und forstliche Geschichte eingehen. Im wärmsten Jahr seit der Wetteraufzeichnungen 1881 war auch die Niederschlagsverteilung dramatisch: Während es in den ersten Monaten überdurchschnittlich viel regnete, folgten darauf Monate der Trockenheit - und das in ganz Zentraleuropa. Stürme und Schneebruch über die Landesgrenzen hinweg sorgten für enorme Schäden. Die noch stehenden Bestände waren teilweise so geschwächt, dass Schädlinge, begünstigt durch die warmen Temperaturen bis weit in den Winter hinein, sich weiter vermehren und entwickeln konnten.

Im Jahr 2019 muss deshalb mit einer hohen Ausgangsdichte an Schädlingen gerechnet werden. Priorität Nr. 1 hat deshalb die stetige Kontrolle, um diese Schädlinge so früh als möglich aus dem Wald zu bringen.


Aktuelles

09.05.2019

Jetzt Förderung beantragen!

Die Forstwirtschaftlichen Fördermaßnahmen "Nachhaltige Waldwirtschaft" (NWW) Teil E Maßnahmen des integrierten Waldschutzes zur Bewältigung von Naturkatastrohen im Wald sind nun freigeschaltet (z.T. rückwirkend zum 01.01.2019). Die Förderanträge sind online abrufbar.

 

Folgende Maßnahmen sind förderfähig:

  • Errichtung von Holzkonservierungsanlagen
  • Lagerbeschickung
  • Lagerung von Holz
  • Hacken von Kronenmaterial und anfallendem Schadstammholz

 

26.04.2019

Steuerliche Hilfsmaßnahmen für Waldbesitzer nach Kalamitätsjahr 2018

Der Erlass betrifft die bilanzierenden Forstbetriebe (Punkt I) und die 2.200 Forstbetriebe in Deutschland, die 2018 Schäden an die Finanzämter gemeldet haben (Punkt II).

 

Tarifvergünstigung für Einkünfte aus außerordentlichen Holznutzungen in der Forstwirtschaft gemäß § 34b EStG;
 Sachliche Billigkeitsmaßnahmen aufgrund der besonderen Forstschäden des Jahres 2018
Abstimmung gemäß § 21a Absatz 1 Finanzverwaltungsgesetz vom 4. April 2019 - IV C 7 - S 2291/19/10001 - DOK 2019/0277164  /  IV C 7 - S 2291/19/10001
 
Nach Abstimmung mit den obersten Finanzbehörden der Länder gilt zur Bewältigung der besonderen Forstschäden des Jahres 2018 für die abweichenden Wirtschaftsjahre 2017/2018 und 2018/2019 bzw. für das mit dem Kalenderjahr 2018 übereinstimmende Wirtschaftsjahr bundeseinheitlich das Folgende:
 
I. Bewertung von Holzvorräten aus Kalamitätsnutzungen bei größeren Schadensereignissen
Bei der Gewinnermittlung durch Betriebsvermögensvergleich kann für Kalamitätsholz, das auf Schadensereignissen beruht, die im Zeitraum vom 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2018 entstanden sind, von der Aktivierung des eingeschlagenen und unverkauften Kalamitätsholzes ganz oder teilweise abgesehen werden, wenn der Schaden das Doppelte des maßgeblichen Nutzungssatzes übersteigt. Maßgeblich ist der im Zeitpunkt des ersten Schadensereignisses gültige Nutzungssatz oder der nach R 34b.6 Abs. 3 EStR anzuwendende Nutzungssatz.

II. Steuersatz für Kalamitätsholz bei größeren Schadensereignissen
Für Kalamitätsholz, das auf Schadensereignissen beruht, die im Zeitraum vom 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2018 entstanden sind und gemäß § 34b Absatz 4 Nummer 2 EStG spätestens bis zum 31. März 2019 der zuständigen Finanzbehörde mitgeteilt wurden, gilt
aus sachlichen Billigkeitsgründen einheitlich der Steuersatz von einem Viertel des durchschnittlichen Steuersatzes gemäß § 163 Absatz 1 Satz 1 und Absatz 2 AO i. V. m. § 34b Absatz 3 Nummer 2 EStG und R 34b.7 Absatz 4 EStR, wenn der Schaden das Doppelte des maßgeblichen Nutzungssatzes übersteigt. Maßgeblich ist der im Zeitpunkt des ersten Schadensereignisses gültige Nutzungssatz oder der nach R 34b.6 Absatz 3 EStR anzuwendende Nutzungssatz. Begünstigt ist die gesamte Schadensmenge, die für diese Schadensereignisse anerkannt wurde (§ 34b Absatz 4 EStG). Für die Gewährung der Tarifvergünstigung ist R 34b.7 Absatz 1 und 2 EStR entsprechend anzuwenden. 

III. Schlussvorschriften
Die Verwaltungsanweisungen der vom Sturmtief „Friederike“ betroffenen Länder, die diesen Regelungen entgegenstehen, sind aufgrund dieser bundeseinheitlichen Regelung nicht (mehr) anzuwenden.

 Dieses Schreiben wird im Bundessteuerblatt Teil I veröffentlicht.  

 

Quelle: BMF

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